• Am 21. Januar 2026 sagte Scott Bessent, US-Finanzminister, auf dem Weltwirtschaftsforum (Davos): "Es hat funktioniert, weil im Dezember ihre Wirtschaft zusammengebrochen ist. Wir haben eine große Bank Bankrott machen erlebt. Die Zentralbank hat begonnen, Geld zu drucken. Es gibt Mangel an Dollar. Sie können nicht importieren, und deshalb sind die Leute auf die Straße gegangen. »

Dieses erste Geständnis verändert grundlegend unser Verständnis der Januar-Demonstrationen im Iran. Wir hatten bereits aufgedeckt, dass diese eine populäre Reaktion auf die Insolvenz der Ayandeh-Bank im Oktober 2025 waren. Die kleinen Sparer sahen sich plötzlich ruiniert. Anfangs waren die Forderungen der Straße ausschließlich wirtschaftlicher Natur. Niemand forderte einen "Regimewechsel".

• Am 5. April 2026 beglückwünschte sich Präsident Donald Trump in einem Telefoninterview mit Fox News über ein Abkommen mit dem Iran, und gab unverblümt zu, dass "Washington während der Januarproteste im Iran iranisch-kurdische Oppositionsgruppen bewaffnet hat."

Das nannte die CIA Ende der 1990er Jahre die "Dog-Fight-Strategie". Die Agentur beabsichtigte daraufhin zu zeigen, dass sie überall einen Bürgerkrieg provozieren konnte. Diese Methode wurde erfolgreich in Jugoslawien, Libyen und der Ukraine angewandt: Während einer Demonstration werden einige Scharfschützen auf Dächern platziert. Sie schießen sowohl auf die Demonstranten als auch auf die Polizei. Schnell betrachteten beide Gruppen ihre Landsleute als Mörder. Dies war der Beginn eines "Bürgerkriegs".

• Es ist also klar, dass dies auch bei den Januarprotesten im Iran der Fall war. Als die Forderungen gegen den Ruin der Sparer der Ayandeh-Bank zu einem Blutbad geworden sind, dann lag das nicht an der Repression durch die Revolutionsgarden, sondern an der Aktion Washingtons.

Man hat absolut keine Kenntnis von der menschlichen Bilanz dieser Ereignisse. Schätzungen variieren je nach Quelle zwischen 2.000 und 40.000.

• Ebenso scheint der Tod des französischen Oberfeldwebers Arnaud Frion während des Angriffs auf die Peschmerga-Basis in Mala Qara, Irak, am 12. März durch die Gruppe Ashab al-Kahf kein Unfall gewesen zu sein. Bei dieser Gelegenheit wurden fünf weitere französische Soldaten verwundet. Laut dem französischen Verteidigungsministerium nahmen diese Soldaten an einer Mission teil, um irakische Streitkräfte im Kampf gegen den Terrorismus auszubilden. Im Gegenteil, laut Ashab al-Kahf bildeten sie jedoch Peschmerga aus, um heimlich im Iran zu intervenieren.

• Drei Schlussfolgerungen drängen sich jedoch auf:

1- Die Vereinigten Staaten hatten nie die Absicht, die Iraner zu befreien, die von den Revolutionsgarden unterdrückt wurden. Außerdem haben sich seit Kriegsbeginn viele junge Iraner ihnen angeschlossen.

2- Die Vereinigten Staaten haben nicht unter Druck Israels einen Angriff auf den Iran gestartet. Sie hatten ihn vor dem Treffen am 11. Februar in Washington mit Benjamin Netanyahu geplant.

3- Frankreich ist an den verdeckten CIA-Operationen im Iran beteiligt. Es ist also an dem Krieg beteiligt.

Dieser Artikel ist das Editorial der Ausgabe 172 von "Voltaire, actualité internationale". Die Welt verändert sich schnell. Abonnieren Sie unseren wöchentlichen, vertraulichen Newsletter, eine außergewöhnliche Informationsquelle über den Übergang zu einer multipolaren Welt.

Übersetzung
Horst Frohlich